ESG Immo­bilien
2026-02-17

Mün­chen un­ter Strom

Wie Wealth­cap und VOLTARO die Dä­cher über der Stadt in Kraft­wer­ke ver­wan­deln

Wie jede Me­tro­po­le ist auch Mün­chen in stän­di­ger Trans­for­ma­ti­on be­grif­fen. Und die fin­det längst nicht mehr nur auf den Stra­ßen statt, wo ge­plant, ge­baut und ver­dich­tet wird. Sie hat sich par­al­lel auch nach oben ver­la­gert, auf die Dä­cher über der Stadt. Pho­to­vol­ta­ik­mo­du­le ab­sor­bie­ren das Son­nen­licht und er­zeu­gen lo­kal Strom. So wer­den Gebäude zu klei­nen, de­zen­tra­len und emis­si­ons­frei­en Kraft­wer­ken.

Le­se­zeit: 7 Mi­nu­ten
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Wo die Stadt das Licht ein­fängt

Über der baye­ri­schen Lan­des­haupt­stadt wird ein neu­es Ka­pi­tel der En­er­gie­wen­de auf­ge­schla­gen – lei­se und doch von weit­rei­chen­der Wir­kung. Wäh­rend in den Stra­ßen un­ten der Ver­kehr rauscht, er­zeu­gen die Gebäude oben Strom. Nicht für das an­ony­me Netz, son­dern für ihre Mieter:innen. Und für eine Stadt, die ihre En­er­gie­zu­kunft ak­tiv ge­stal­tet.
Ge­nau hier er­eig­net sich das, was Wealth­cap und VOLTARO ver­bin­det: die Über­zeu­gung, dass Fort­schritt nur dann zählt, wenn er für alle Sei­ten ei­nen Mehr­wert schafft. „Nach­hal­tig­keit darf kein abs­trak­ter Be­griff blei­ben“, sagt Julia Hau­ber-Güt­tin­ger, Head of ESG Real Estate bei Wealth­cap. „Man muss sie dort­hin brin­gen, wo sie Wir­kung ent­fal­tet.“ Auf den Dä­chern meh­re­rer Büro­gebäude ha­ben Wealth­cap und VOLTARO ge­mein­sam Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen in­stal­liert. Die Mo­du­le wan­deln Son­ne in Strom um und machen die Gebäude zu Ak­teu­ren ei­ner um­welt- und kli­ma­ge­rech­te­ren Stadt­ent­wick­lung.

Wenn Zu­sam­men­ar­beit zum An­trieb wird

Als Wealth­cap 2021 ge­mein­sam mit VOLTARO – ei­nem un­ab­hän­gi­gen Be­ra­ter, Pro­jekt­steue­rer und As­set Manager für Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen – das ers­te Pro­jekt star­te­te – da­bei han­delt es sich um das Ein­kaufs­zen­trum Ro­ter Turm in Chem­nitz –, war dies nicht nur eine ESG-Maß­nah­me, son­dern eine stra­te­gi­sche Ent­schei­dung. „Un­ser An­satz war von An­fang an part­ner­schaft­lich“, er­klärt Ales­san­dro Mau­ri, Grün­der und Ge­schäfts­füh­rer von VOLTARO. „Wir ver­kau­fen kei­ne An­la­gen, wir or­ches­trie­ren sie. Un­ser Job ist es, Dach­flä­chen in plan­ba­re Er­trags­quel­len zu ver­wan­deln – mo­dell­of­fen, rechts­si­cher und mit mi­ni­ma­lem Auf­wand für Ei­gen­tü­mer.“
Mitt­ler­wei­le hat VOLTARO für Wealth­cap über 20 Ob­jek­te ge­prüft, fünf da­von be­reits rea­li­siert – dar­un­ter vier Büro­gebäude in Mün­chen. In Sum­me be­treut das Un­ter­neh­men rund 300 Pro­jek­te deutsch­land­weit. Sie zei­gen, dass die En­er­gie­wen­de nicht nur auf wei­ten Flächen und In­dus­trie­area­len statt­fin­det, son­dern auch im ver­dich­te­ten Be­stand ei­ner Groß­stadt – mit­ten im ur­ba­nen Le­ben, zwi­schen Ver­kehr, Architektur und All­tag.

Vier Dä­cher, vier Ge­schich­ten


Twi­n­yards im Osten der Stadt hielt eine be­son­de­re Her­aus­for­de­rung be­reit: zwei Dä­cher, ein Sys­tem – also eine kom­ple­xe Ver­schal­tung, die zwei Ge­bäu­de­tei­le zu ei­ner ein­zi­gen So­lar­an­la­ge ver­bin­det. Hier stam­men die Mo­du­le vom VOL­TA­RO-Part­ner Smart En­er­gy, der Kon­struk­ti­on und Mo­du­le in ei­ge­ner Her­stel­lung lie­fert. „Tech­nisch war das eine Her­aus­for­de­rung“, sagt Mau­ri. „Aber es war auch eine Ein­la­dung, zu zei­gen, dass Äs­the­tik und Ef­fi­zi­enz kei­ne Ge­gen­sät­ze sein müs­sen.“ Beim Ob­jekt „Das Leuch­ten­berg“ zeigt sich In­ge­nieurs­kunst von ihrer ele­gan­ten Sei­te. Ein modernes Alu­mi­ni­um-Steck­prin­zip sorgt da­für, dass al­les schnel­ler und si­che­rer sitzt und am Ende wie aus ei­nem Guss wirkt. Die Dach­rand­si­che­rung wur­de pas­send dazu neu ge­dacht, da­mit Aus­füh­rung und Ge­stal­tung har­mo­nisch zu­sam­men­spie­len.
 
Der Cam­pus M Busi­ness Park in der Hol­le­rith­stra­ße ver­an­schau­licht, wie die En­er­gie­wen­de ge­mein­sam mit Mie­tern ge­lin­gen kann. Die Mie­te­rin be­zieht ihren Strom di­rekt über ei­nen lo­ka­len Lie­fer­ver­trag, ei­nen so­ge­nann­ten On-Site-PPA. Der Strom bleibt im Haus – eine Mi­nia­tur­form der En­er­gie­wen­de. Und im Re­vi­ta­li­sie­rungs­ob­jekt „New Gang­ho­fer“ ent­steht eine Ver­bin­dung von Tech­nik und Na­tur: Eine Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge und ein Gründach wer­den gleich­zei­tig rea­li­siert. Die­se Kom­bi­na­ti­on nutzt die Dach­flä­che dop­pelt, ver­bes­sert das Mi­kro­kli­ma und pro­du­ziert zu­gleich Strom. Das Pro­jekt wird durch das Münchner Pro­gramm „Kli­ma­neu­tra­le Gebäude“ ge­för­dert. Mau­ri fasst es prä­gnant zu­sam­men: „Je­der Qua­drat­me­ter wird hier dop­pelt sinn­voll ge­nutzt, weil er Strom lie­fert und Le­ben er­hält.“
 
Ins­ge­samt wei­sen die vier Münchner An­la­gen eine in­stal­lier­te Leis­tung von fast 400 Ki­lo­watt­peak auf. Dar­aus ent­steht bei durch­schnitt­li­cher Son­nen­ein­strah­lung eine jähr­li­che Strom­pro­duk­ti­on von rund 405.000 Ki­lo­watt­stun­den – ge­nug, um mehr als 100 Haus­hal­te zu ver­sor­gen. Und all das mit po­si­ti­vem Ef­fekt fürs Kli­ma: Un­term Strich spa­ren die An­la­gen jähr­lich etwa 148 Ton­nen CO₂ ein.

Ein För­der­pro­gramm mit Strahl­kraft

Die Un­ter­stüt­zung durch die Stadt Mün­chen ist mehr als nur ein fi­nan­zi­el­ler An­reiz. Sie ist ein Si­gnal. Mit dem „För­der­pro­gramm Kli­ma­neu­tra­le Gebäude (FKG)“ un­ter­stützt die Lan­des­haupt­stadt In­ves­ti­tio­nen in Pho­to­vol­ta­ik und Grün­dä­cher, ins­be­son­de­re wenn die­se mit hoch­wer­ti­gen Glas-Glas-Mo­du­len kom­bi­niert wer­den. Die­ses Ma­te­ri­al ist nicht nur ef­fi­zi­ent, son­dern auch brand­si­cher und licht­durch­läs­sig. „Das Pro­gramm zeigt, dass die Stadt nicht nur for­dert, son­dern auch för­dert“, sagt Julia Hau­ber-Güt­tin­ger. „Es geht nicht mehr dar­um, ob man um­welt- und kli­ma­be­wusst in­ves­tiert, son­dern wie kon­se­quent man es tut.“ Für Wealth­cap ist der För­der­rah­men ein Bau­stein in ei­ner grö­ße­ren Stra­te­gie: Gebäude sol­len nicht nur CO₂ ein­spa­ren, son­dern ak­tiv En­er­gie er­zeu­gen. Hau­ber-Güt­tin­ger er­gänzt: „Wir se­hen uns in der Verantwortung, den Be­stand wei­ter­zu­den­ken. ESG ist für uns kein La­bel, son­dern eine Hal­tung.“

Eine Lö­sung für das Stich­wort „Ge­werb­lich­keit“

Doch die En­er­gie­wen­de wirft ne­ben tech­ni­schen auch steu­er­li­che Fra­ge­stel­lun­gen auf. Eine da­von heißt „Ge­werb­lich­keit“. Fonds, die selbst Strom ver­kau­fen, ris­kie­ren (noch) steu­er­li­che Ver­wer­fun­gen, weil Miet­ein­nah­men und gewerb­liche Strom­erträ­ge steu­er­lich schwer mit­ein­an­der ver­ein­bar sind. Hier­für wur­de eine struk­tu­rell ele­gan­te Ant­wort ent­wi­ckelt: Der Fonds in­ves­tiert in die An­la­ge, ver­pach­tet sie aber an VOLTARO. Das Un­ter­neh­men über­nimmt Be­trieb, Ri­si­ko und Strom­lie­fe­rung, wäh­rend der Fonds Ei­gen­tü­mer bleibt und ge­wer­be­steu­er­frei agiert. „Das Mo­dell schlägt eine cle­ve­re Brü­cke zwi­schen Auf­wand und Ren­di­te“, sagt Hau­ber-Güt­tin­ger und VOL­TA­RO-Grün­der Mau­ri er­gänzt: „Der Fonds bleibt Ei­gen­tü­mer, aber wir tra­gen die un­ter­neh­me­ri­sche Verantwortung. So funk­tio­niert En­er­gie­part­ner­schaft im 21. Jahr­hun­dert.“
 
Wäh­rend sich die Dis­kus­si­on über nach­hal­ti­ge Investments oft in Abs­trak­tio­nen ver­liert, hat die Pho­to­vol­ta­ik eine kla­re Ant­wort ge­fun­den: Sie rech­net sich. Stei­gen­de En­er­gie­prei­se und die CO₂-Be­prei­sung machen sie zur Low Han­ging Fruit der ESG-Stra­te­gien. Und doch geht es um mehr als Amor­ti­sa­ti­on. „Was frü­her Pflicht­übung war, ist heu­te ein stra­te­gi­scher Vor­teil“, sagt Hau­ber-Güt­tin­ger. „Pho­to­vol­ta­ik ist nicht nur Tech­no­lo­gie, sie ist ein State­ment. Sie zeigt, dass wir unsere ESG-Ver­spre­chen wirk­lich le­ben.“

De­zen­tral den­ken, loy­al handeln

Wer von En­er­gie­wen­de spricht, muss auch über De­zen­tra­li­tät re­den. „Die Zu­kunft liegt nicht in gro­ßen Zen­tra­len, son­dern in vie­len klei­nen Sys­te­men, die mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren“, sagt Mau­ri. On-Site-Ver­trä­ge, lo­ka­le Net­ze und Quar­tiers­lö­sun­gen – all das sind Bau­stei­ne ei­nes neu­en ur­ba­nen En­er­gie­ver­ständ­nis­ses. Noch ist nicht al­les re­gu­la­to­risch ge­klärt, doch die Rich­tung ist klar: En­er­gie wird lo­kal pro­du­ziert und lo­kal ver­braucht. „Mün­chen hat da­für bes­te Vor­aus­set­zun­gen“, er­gänzt Hau­ber-Güt­tin­ger. „Wir ha­ben eine Stadt­ver­wal­tung, die ver­steht, dass nach­hal­ti­ge Stadt­ent­wick­lung und En­er­gie­aut­ar­kie zu­sam­men­ge­hö­ren. Wir müs­sen es nur um­set­zen.“
 
2022 hat Wealth­cap an­ge­kün­digt, Pho­to­vol­ta­ik zu ei­nem zen­tra­len Bau­stein der ESG-Stra­te­gie zu machen. Heu­te zeu­gen Mün­chens Dä­cher von die­sem Vor­ha­ben. Die An­la­gen pro­du­zie­ren nicht nur En­er­gie, son­dern sie er­zäh­len auch eine Ge­schich­te: von Part­ner­schaft, Tech­nik und ei­ner neu­en Art von Verantwortung.